November 2020: Gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern in Europa

In der zweiten Novemberwoche waren Freisinger Amnesty-Mitglieder zu einer “virtuellen Demonstration” an verschiedenen Orten in der Stadt mit ihrem Aktionsplakat unterwegs und haben diese Aktion fotografiert.

Protestieren Sie gemeinsam mit Amnesty online gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern in Europa: Leben retten ist kein Verbrechen!

Retten verboten?!
Anstatt Menschen in Not zu helfen, schottet sich Europa immer mehr ab. Kinder, Frauen und Männer stranden an den Grenzen Europas oder ertrinken auf dem Weg dorthin. Es wird immer schwieriger für geflüchtete Menschen, Schutz zu finden. Doch wer sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten einsetzt, gerät schnell ins Fadenkreuz der Strafverfolgungsbehörden:

Iuventa Crew – Die ehrenamtliche Besatzung des Rettungsschiffes “Iuventa” hat im Mittelmeer mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Die Iuventa ist seit August 2017 von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Seit drei Jahren wird gegen 10 ehemalige Besatzungsmitglieder wird in Italien ermittelt, obwohl alle Beweise zeigen, dass ihre Arbeit nur Leben gerettet hat. Ihnen drohen hohe Strafen.

“El Hiblu 3” – Drei jugendliche Flüchtlinge wollten nur in Sicherheit gelangen und andere Gerettete schützen. Gemeinsam mit etwa 100 andere Menschen wurden sie von der Besatzung des Öltankers “El Hiblu” aus einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer gerettet. Doch die Besatzung versuchte, die Geretteten nach Libyen zurückzubringen. Die drei Jugendlichen dolmetschten und verhinderten, dass die Menschen erneut nach Libyen in Haft und Folter gebracht wurden. Jetzt drohen ihnen in Malta lebenslange Haftstrafen.

30. Juli 2022